
In einem Interview mit Sky Sports äußerte sich Gary Neville über die Möglichkeit, dass der ehemalige Chelsea-Trainer Tuchel die englische Nationalmannschaft trainieren könnte. Neville bestätigte zunächst Tuchels Trainerfähigkeiten und meinte, er sei zweifellos ein sehr guter Trainer mit einer glänzenden Bilanz, insbesondere bei großen K.-o.-Turnieren, und verfüge über ausgezeichnete Führungsqualitäten. Aus dieser Sicht ist die Entscheidung des englischen Fußballverbands, Tuchel als Nationaltrainer zu wählen, nicht zu kritisieren, denn Tuchel ist wahrscheinlich einer der besten Trainer in Europa und sogar in der Welt.
Neville brachte jedoch auch seine Enttäuschung über diese Entscheidung zum Ausdruck. Er ist der Meinung, dass die Entscheidung nicht mit der seit langem verfolgten Vision von St. George's Park (dem Trainingszentrum des englischen Fußballverbands) oder dem Glauben an einheimische englische Trainer übereinstimmt. In den letzten sieben oder acht Jahren hat der englische Fußball in der ersten Herrenmannschaft, in der Frauenmannschaft und in der Jugendausbildung große Fortschritte gemacht, und St. George's Park sollte die Wiege sein, die beweist, dass englische Trainer wieder an die Spitze Europas zurückkehren können. Die Realität sieht jedoch so aus, dass englische Trainer es schwer haben, sich in der Premier League einen Spitzenplatz zu sichern, was die Entwicklung der einheimischen Trainer etwas eingeschränkt hat.
Neville zeigte sich enttäuscht darüber, dass sich der englische Fußballverband für einen internationalen Trainer entschieden hat, obwohl England einen der besten Vereine der Welt hat. Er wies darauf hin, dass das Vereinigte Königreich einige Schwierigkeiten bei der Trainerentwicklung habe, da englische Trainer in Europa einen schlechten Ruf hätten und es ihnen an einer klaren Identität und einem unverwechselbaren Stil mangele. Er stellte fest, dass Trainer aus ganz Europa in die Premier League kommen und ihre Taktiken und Stile in den englischen Fußball einbringen, der sie dann imitiert. Neville betonte, dass der englische Fußball seinen eigenen Stil entwickeln und einheimische Trainer heranziehen müsse, eine Entscheidung, die ihn zu der Erkenntnis brachte, dass der englische Fußball in dieser Hinsicht noch einen weiten Weg vor sich hat, denn er war der Meinung, dass der englische Fußball die Phase der Abhängigkeit von ausländischen Trainern hinter sich gelassen hatte.










