Nach der Niederlage in der UEFA Europa League gegen Frankreich hat der belgische Mittelfeldspieler De Bruyne in Medieninterviews öffentlich seine große Unzufriedenheit mit der Nationalmannschaft und der aktuellen Situation des Fußballverbands zum Ausdruck gebracht. Laut dem jüngsten Bericht von TheAthletic-Reporter SamLee haben mehrere Faktoren dazu geführt, dass De Bruynes Geduld mit der belgischen Nationalmannschaft allmählich zu Ende geht.

De Bruyne hat privat verraten, dass er nicht bereit ist, das Kapitänsamt zu übernehmen, da er lieber seine ganze Energie in das Spiel steckt, als zusätzliche Führungsaufgaben zu übernehmen. Er ist sich seiner Stärken und Schwächen bewusst und glaubt, dass die Kommunikations- und Motivationsfähigkeiten, die traditionell von einem Kapitän verlangt werden, nicht seine Stärken sind. Dennoch war er in den letzten 18 Monaten gezwungen, die Rolle des Kapitäns sowohl für die Vereins- als auch für die Nationalmannschaft zu übernehmen, was ihn unter Druck gesetzt hat.

De Bruynes Emotionen entluden sich nach der Niederlage gegen Frankreich. Er sagte dem belgischen Sportdirektor Frankie Wirkauteren während des Spiels dreimal "Ich bin raus" und kritisierte in seinem Interview nach dem Spiel den mangelnden Einsatz einiger Spieler in der Mannschaft. De Bruyne betonte, dass das Niveau der Mannschaft auf höchstem Niveau sein sollte und dass alle Unzulänglichkeiten durch verstärkten Einsatz kompensiert werden sollten, was leider nicht alle getan haben.

Neben den Leistungsproblemen der Spieler wies De Bruyne auch auf das Chaos und die finanziellen Probleme innerhalb des belgischen Fußballverbands hin. Berichten zufolge verliert der belgische Verband bis 2023 bis zu 11,9 Millionen Euro, und diese Instabilität hat sich auch auf die medizinische Abteilung ausgewirkt, was seit der Weltmeisterschaft zu erheblichen Reformen des Gesundheitssystems geführt hat. De Bruyne hat sogar den Physiotherapeuten der ersten Mannschaft von Manchester City, Tom O'Malley, eingeladen, ihn im Sommer zur Europameisterschaft zu begleiten, um den Mangel an medizinischen Ressourcen in der Nationalmannschaft auszugleichen.

De Bruynes Geduldsfaden reißt nicht ab. Bei Manchester City genoss er eine erstklassige Spielerzuweisung und eine konkurrenzlose Betreuung, die es ihm ermöglichte, sich ganz auf sein Spiel zu konzentrieren. In der Nationalmannschaft musste er sich nicht nur mit den unterschiedlichen Stärken der Spieler auseinandersetzen, sondern auch mit schlechten Entscheidungen abseits des Platzes. Dieser krasse Gegensatz ließ ihn seine Zeit bei Manchester City noch mehr vermissen, und er machte sich große Sorgen um die Zukunft der belgischen Nationalmannschaft.

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